Test: Multi Kon Trade M2B Alarmanlage

Multi Kon Trade M2B Funkalarmanlage FotoEine beliebte Alarmanlage stelle ich in diesem Bericht vor.

Es ist die Multi Kon Trade M2B Funkalarmanlage. Ich habe sie zu Testzwecken aufgebaut und genauer angesehen.

Neugierig gemacht haben mich die vielen positiven Rezensionen auf Amazon. Welchen Eindruck die Alarmanlage bei mir hinterlassen hat lesen Sie im Folgenden.

(Die Alarmanlage wurde für Testzwecke gekauft.)

Multi Kon Trade M2B Funkalarmanlage

Für rund 200 Euro ist die M2B im Online-Handel erhältlich. Alles was man zum Betrieb braucht ist eine SIM-Karte und eine Steckdose. Die Komponenten des Alarmsystems kommunizieren per Funk miteinander. Dadurch ist keinerlei Verkabelung nötig.

Positiv ist der große Funktionsumfang der Anlage. Es wird die Alarmierung per Telefon und SMS unterstützt sowie die Ausgabe eines Sirenentons. Darüber hinaus kann das System zeitgesteuert aktiviert/deaktiviert werden.

Bedienen kann man die Anlage entweder über das Hauptgerät, per Fernbedienung oder über eine App. Die App habe ich allerdings nicht ausprobiert.

Einrichtung

Zu Beginn setzt man die SIM-Karte in der Rückseite des Geräts ein und legt den Hauptschalter auf “ON”. Dieser befindet sich ebenfalls im Innenbereich auf der Rückseite (hinter der Blende). Danach steckt man das Netzkabel ein und wartet, bis das Mobilfunk-Signal aufgebaut ist. Das klappt auch ohne Probleme.

Nun arbeite ich mich durch die Bedienungsanleitung. Auf den ersten Blick wirkt diese ordentlich, aber dann tue ich mich schwer. Sie ist für Techniker geschrieben, aber nicht aus Anwendersicht. Als Wohnungsbesitzer sage ich mir: ich habe fünf Fenster im EG zu sichern, zwei Türen und einen Flur. Was muss ich tun, um die Anlage dafür einzustellen? Genau da lässt einen die Anleitung im Regen stehen. Stattdessen wird was von einem internen Transmitter geschrieben. Was damit gemeint ist, und ob man diesen aktivieren MUSS steht nirgendwo.

MKT M2B Basiseinheit

Weiter geht es mit dem Kapitel Zonen programmieren. Die wenigsten Kunden können sich vermutlich einen Reim draus machen, was damit gemeint ist. Da ich mich mit Alarmanlagen beschäftige, weiß ich zwar worum es geht. Dennoch finde ich, ist dieses Kapitel mit einer halben Seite viel zu knapp gehalten. Im Prinzip geht es bei den Alarmzonen darum, welcher Alarmsensor in welchem Modus überwacht bzw. nicht überwacht werden soll (Zuhause-Modus, Scharf-Modus etc.).

Ein weiterer Punkt ist das Anlernen der Fernbedienungen und der Sensoren. Damit die Alarmanlage mit diesen kommunizieren kann, muss man sie per Einstellungsmenü ans Alarmsystem koppeln. Es wäre schön gewesen, wenn die im Paket enthaltenen Sensoren bereits auf die Anlage eingestimmt worden wären (bei der OLYMPIA-Alarmanlage ist das z.B. so).

Bedienung

Dass die Multi Kon Trade M2B über Zahlencodes bedient wird, ist zwar nicht optimal, aber auch nicht schlimm. Alle Kürzel sind im Handbuch gut dokumentiert. Was mich viel mehr stört ist, dass ich meine gemachten Einstellungen nicht anzeigen kann. Ich kann immer nur Werte setzen, aber nicht anzeigen. Beispielsweise würde ich gerne sehen, welche Telefonnummer für den Alarmanruf einprogrammiert wurde. Eben das geht nicht (jedenfalls gelang es mir nicht). Was bleibt ist ein komisches Gefühl, weil man unsicher ist, ob man alles richtig eingstellt hat. Bei Alarmanlagen kann eine falsche Einstellung bedeuten, dass es zu Fehlalarmen kommt oder dass die Anlage nicht wie gewünscht alarmiert bzw. funktioniert. Beides will man nach Möglichkeit vermeiden.

Als nächstes will ich die Notfallhilfe-Funktion ausprobieren. Diese aktiviert man im konkreten Bedrohungsfall, bspw. wenn man weiß, dass gerade Einbrecher im Haus sind. Zur Auslösung drücke ich die Taste auf der Fernbedienung und warte, ob ein Anruf auf meinem Handy erscheint. Auf der Basiseinheit sehe ich zwar, dass die Anlage die Telefonwahl gestartet hat, aber leider kommt der Notruf nicht bei mir an. Darum gebe ich die Nummer erneut ein, um Tippfehler auszuschließen. Das GSM-Signal ist stark genug, also kann’s daran nicht liegen. Leider wird kein Notruf abgesetzt, und die Alarmanlage sagt mir auch nicht, woran es hakt.

Sicherheitsmerkmale

Beim Thema Sicherheit will ich zwei Dinge herausstellen. Erstens hat die M2B keinerlei Schutzmechanismen gegen Sabotage. In der Preisklasse ist das aber auch eher unüblich. Trotzdem solle man als Käufer darüber informiert sein. Einbrecher können das System relativ leicht gewaltsam außer Kraft setzen. Bei den etwas teureren Anlagen wie der MKT M2BX oder der Blaupunkt-Alarmanlage ist ein Sabotageschutz integriert.

Außerdem nutzt die MKT M2B das Frequenzband von 433 MHz, was nicht optimal ist (ist aber bei vielen günstigeren Alarmanlagen so). Diese Frequenz wird von vielen Heimelektronik-Geräte genutzt wird. Dadurch kann es zu Störungen kommen. Gute Funkalarmanlagen erkennt man unter anderem daran, dass sie auf dem Frequenzband 868 MHz senden. Dieses ist für von der Bundesnetzagentur für Alarmierungszwecke reserviert. Eine günstige Funkalarmanlage, die auf 868 MHz-Kanal nutzt ist beispielsweise die OLYMPIA Protect 9061.

Fazit – Multi Kon Trade M2B

Großzügig ausgestattet ist die M2B, und der Funktionsumfang ist auch beachtlich. Für das Geld bekommt man also einiges geboten. Allerdings ist die Einrichtung vermutlich eine Hürde für viele Leute. Die fehlende Anzeige der Einstellungen ist ebenfalls ein Manko. In Zeiten von bedienerfreundlichen Smartphone-Apps erwartet man als Kunde einfach mehr. Dennoch: Hat man das System aber erst mal zum Laufen gebracht, ist die Bedienung nicht so schwierig.

Mein Fazit: Sucht man eine preiswerte Funkalarmanlage, würde ich eher zur OLYMPIA Protect 9061* tendieren. Zwar ist der Funktionsumfang geringer, aber dafür ist die Bedienung besser gelöst. Wer bereit ist, etwas mehr auszugeben, der ist mit der Blaupunkt SA 2700* gut beraten. Die ist gesichert gegen gewaltsame Sabotage sowie gegen die bewusste Störung des Funksignals.

Multi Kon Trade M2B Alarmanlagen-Test
6.6 Punkte
Vorteile
  • gute Ausstattung
  • Zeitsteuerung möglich
  • Alarmzonen programmierbar
  • telefonischer Support
  • mit Smartphone-App
Nachteile
  • Einrichtung nicht einfach
  • Bedienung per Zahlencodes
  • Handbuch zu technisch
  • kein Sabotageschutz
Bedienung5
Sicherheit7
Preis8

(Gewichtung: Sicherheit 50%, Bedienung 30%, Preis 20%)

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